Noreia Celtoi

 Archäotechnik

der Frühen Eisenzeit Mitteleuropas 

   

 

 
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Erfahrungsbericht vom Salzschlagen am Dürrnberg 2007

10 Tage waren wir im Keltendorf am Dürrnberg zu Gast beim Stamm Alauni

In dieser Zeit hatten wir die Gelegenheit im Besucherbergwerk Hallein (Salzwelten) Salz ab zu bauen, wie es die Kelten zur Späten Hallstatt zeit und La Téne Zeit dort am Dürrnberg schon lange vor uns taten.

Dieses war auch ein Praxistest für unsere schon vorher rekonstruieren Werkzeugen jener Zeit.

Bei dieser Gelegenheit bekamen wir einen Einblick in den harten Alltag der Bergleute am Dürrnberg zur Zeit der Kelten.

Und mit welcher Anstrengung es verbunden war, das Salz zu Tage zu fördern, sowie die Probleme die sich aus der Haltbarkeit der Werkzeuge ergaben.

Unter anderem arbeiten wir mit den folgenden Werkzeugen unter Tage

Die Picke hat eine Tülle die ich zusätzlich mit Birkenpech verklebt habe.
Es gibt zwar keine Belege dafür das diese gemacht wurde, erhöhte die Haltbarkeit aber enorm.

Die Schaufel ist etwas Großgeraten, die originale die ich dann ja auch in Hallstatt im Museum sehen konnte sind nur halb so groß. Aber genauso gearbeitet.
Mit hier war es auch möglich das lose Feinsalz das sich auf dem Liegenden (Boden) ansammelte, wegzuschaufeln.

In der Zwischenzeit habe ich auch eine Neue Schaufel in Originalgröße gefertigt

neue Schaufel


Mit der Kraxe schleppen wir bis zu 35 cm große Brocken zu Tage. Sie war zu 3/4 gefüllt und es dürfen so ca. 30 Kilo gewesen sein.
Sie hielt. Leider riss am 2 Tagen im unteren Bereich ein Lederband das sich schnell ersetzten lies. So überstand die Kraxe die restlichen Tage Untertage ohne weitere Schäden.

Der Holzhammer löste sich vom Stiel was wohl daran lag das dieser frisch geschlagen war und durch das Salz schnell zu trocknen begann, wodurch er Riesse bekam. Auch das wurde entsprechend geändert. (Dank einen "Wanderstabes" den ich mitgebracht hatte)

Fazit:
Das Werkzeug hielt den Belastungen stand.
Die Arbeiten mit der Picke sind bei kurzen schnellen schlängen einfach und effektiv.
Die Arbeit mit Schlägel und Eisen (Hammer und Meisel - bzw. Schläge mit dem Holzhammer auf den Pickenkopf) sind ebenfalls sehr effektiv.
Wir haben so die größeren Brocken schlagen können. Dieses war aber mit einem größeren Kraft Aufwand und Material verschleiß verbunden.

Bekleidung:
Bei 10 Grad unter Tage kann man bequem in leichter Kleidung und in Beinlingen arbeiten und das ohne zu frieren.
Unverzichtbar erscheinen mir die Wadenwickeln die ich sogar bis über das Knie wickeln würde.
Wir hatten das Glück im stehen arbeiten zu können und diesen Arbeitsplatz auch im aufrechten Gang erreichen zu können.
Das konnten unsere Vorfahren aber nicht.
Die Wadenwickeln (dick gewickelt) sind nichts anderes als ein effektiver Schienenbein Schutz.
Und hier spreche ich jetzt mal von meiner Erfahrung im Steinkohlenbergbau, da waren Schienenbeinschützer aus Kunststoff Pflicht und da wir auch oft genug auf allen Vieren rum krochen, über Hindernisse klettern mussten oder irgendwo in enge Bereiche ein oder ausstiegen waren die Dinger immer sehr zerkratzt und nach ca. 1 Jahr auch hin.
Ohne Schienenbeinschutz kann ich nur sagen .... AUA!

zum Schluss noch eine Impressionen von unter Tage

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