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jüngeren vorrömischen Eisenzeit La Téne Kultur
Der Hobby-Archäologen Friedrich Schwab konzentriert, sich im Gegensatz zu den meisten Archäologen seiner Zeit, darauf Gewässer zu durchkämmen. Begünstigt durch ein starkes Absinken des Wasserspiegels des Neuenburger Sees wurden an einer Untiefe „La Téne“ genannten, aus dem Wasser ragende Pfähle sichtbar. Schwab konzentrierte seine Suche daraufhin auf die Flussmündung des Flusses Thiéle in den Neuenburger See. Offensichtlich ein weiser Entschluss, wurden dort daraufhin doch in den folgenden Jahren mehrere tausend Artefakte, die Überreste von Gebäuden, sowie zweier Brücken aus der vorrömischen Eisenzeit entdeckt . Anfang des 20. Jahrhunderts fand man dann in La Téne noch mehr gut erhaltene Holzgegenstände, unter anderem Schilde. Insgesamt wurden in La Téne 166 Schwerter (teilweise mit Scheide), 269 Speerspitzen, 29 Schilde und ca. 380 Fibeln geborgen. Dazu kamen noch etliche Gürtelschnallen, Rasiermesser, Eisenbarren, hölzerne Joche so wie einiges mehr zu Tage.
Die Entwicklung zur eigenständigen La Téne Kultur ging wie man heute weis nur sehr langsam vor sich, führte aber zu umwälzenden Veränderungen und charakteristischen Ausprägungen. Wie Beispielsweise in der Keramikherstellung dort zeigen sich im archäologischen Fundmaterial schon vom Beginn der La Téne Zeit an die Auswirkungen einer Neuerung auf diesem Gebiet. Es finden sich typische Tongefäße mit einem extrem flachen Körper und sehr dünnem, überlangem Hals. Diese Form wurde durch die Zuhilfenahme einer Töpferscheibe ermöglicht, eine Neuerung, die nördlich der Alpen in dieser Zeit zum erstmals auftritt.
Während diese zunächst während der Späthallstattzeit auf die so genannten Fürstengräber beschränkt bleiben, kommt es während der Früh - La Téne Zeit zu einer eigenständigen Umbildung der Einflüsse, die nun auch die Unterschichten erfassen. Kernbereiche dieser Kulturentwicklung sind besonders die Regionen am Nordwestrand der Hallstattkultur, wobei die Hunsrück - Eifel und die Marne - Mosel Region sowie im Osten der Fundort Dürrnberg (A) durch hervorragende Funde auffallen. In diesen drei Regionen ist die frühe La Téne Kultur durch herausragenden Funde des 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. besonders deutlich fassbar. Durch die weite Verbreitung und die regionalen Unterschiede kann kein „allgemeingültiger“ Abriss der La Téne Kultur und ihrer Sitten gegeben werden. Es ist vielmehr notwendig, verschiedene Regionen gesondert zu betrachten. Die La Téne Zeit wird in der Literatur häufig in drei Zeitabschnitte unterteilt.
Der Grieche Herodot schreibt im 5. Jahrhundert v. Chr. über die "Kelten" an den Quellen der Donau. Da wir aber nur schriftliche Quellen von Völkern aus dem mediterranen Bereich habe die mit den Kelten in Kontakt standen und die Kelten selber keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben. Kann man sich heute nur nach an den archäologischen Fakten und den antiken Autoren orientieren. Ob sich die Einwohner des Kulturbereiches der Späthallstattkultur bzw. der Früh- La Téne Kultur selbst als einheitliches Volk wie es der Grieche beschreibt verstanden, ist fraglich. Ob die damaligen Sprachgrenzen mit den Kulturgrenzen deckungsgleich waren, können wir heute mangels datierbarer Sprachzeugnisse nicht mehr sagen Aber eines ist heute noch fassbar ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. fanden bei den Kelten große Wanderungsbewegungen statt. Die keltischen Stämme welche in die Po Ebene Norditaliens wanderten plünderten um 390 v. Chr. Rom. Während im 3. v. christlichen Jahrhundert keltische Stämme in das Donaubecken ( bei Daker in Makedonien), Griechenland und Kleinasien (Galatien) vorstießen. Für das Jahr 281 v. Chr. sind militärische Erfolge der Kelten in Makedonien nachgewiesen. Im heutigen Frankreich wird die Bevölkerung der dortigen Stämme zur La Téne Zeit als Gallier bezeichnet. Die Gallier haben insoweit einen Sonderstatus, in dem sie aus römischen Quellen lebendig werden und das "Verschwinden" der rechtsrheinischen Kelten um einige Jahrzehnte überdauern. Die Römer trafen hier seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert auf die keltischen Stämme. Die anschließenden Kämpfe im Gallischen Krieg zogen sich bis 52. v. Chr. hin . In der Vercingetorix in der Schlacht von Alesia gegen César eine vernichtende Niederlage erlitt. Im Südwesten Bretaniens ist gegen Ende der La Téne Zeit ein Einfluss vom Festland nachweisbar. Der Rest der britischen Inseln ist jedoch archäologisch nicht zur keltischen Kultur zu zählen. Das scheinbare "Verschwinden" der Kelten in Mittel- und Süddeutschland im 1. Jahrhundert v. Chr. wird gerne durch die nach Süden vordringenden germanischen Stämme erklärt, wobei diese Frage archäologisch nicht geklärt ist. Nach der Errichtung der Rhein- und Donaugrenze (Limes) durch die Römer ging die La Téne Kultur in der gallorömischen bzw. provinzialrömischen Kultur auf.
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